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23.10.2026

Bürgerallianz positioniert sich zur Evaluierung des Waffenrechts

Breites gesellschaftliches Signal aus Bayern

25 bayerische Verbände und Vereine aus Jagd, Schießsport, Brauchtum, Landwirtschaft, Natur und Ehrenamt, die insgesamt mehr als 2,2 Millionen Mitglieder vertreten, richten gemeinsame Forderungen an Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.
 

Sicherheit und Verhältnismäßigkeit im Mittelpunkt


In ihrem gemeinsamen Positionspapier vom 14. Oktober 2026 stellt die Bürgerallianz klar, dass eine Evaluierung des Waffenrechts nicht automatisch weitere Verschärfungen bedeuten darf. Dabei fordert sie eine „Begründungsumkehr“: Nicht vorrangig diejenigen, die Vereinfachungen vorschlagen, sollen diese rechtfertigen müssen. Vielmehr müsse begründet werden, weshalb an bestehenden, komplizierten oder unverhältnismäßig belastenden Regelungen festgehalten werden soll und warum vorgeschlagene Erleichterungen nicht zielführend seien.

„Ohne eine solche ‚Begründungsumkehr‘ scheint uns eine tatsächliche Entbürokratisierung nur schwer möglich“, heißt es dazu im Positionspapier.

Zu den weiteren Forderungen gehören die gezielte Bekämpfung der Waffenkriminalität, eine Differenzierung zwischen legalen und illegalen Waffen, der Abbau bürokratischer Belastungen, ein möglichst bundeseinheitlicher Vollzug sowie die frühzeitige und ernsthafte Beteiligung der betroffenen Vereine und Verbände. Auch obligatorischen psychologischen Gutachten ohne konkreten Anlass erteilt die Bürgerallianz eine klare Absage. Ebenso fordert sie verhältnismäßige Regelungen beim Messerrecht und bei Waffen- und Messerverbotszonen sowie eine stärkere Berücksichtigung der Belange des Ehrenamts.

Viele dieser Forderungen decken sich mit den Positionen, die der VDB seit Langem gegenüber der Politik vertritt und zuletzt auch im Rahmen der Evaluierung des Waffenrechts gegenüber dem Bundesinnenministerium eingebracht hat.
 

Gemeinsame Anliegen über Verbandsgrenzen hinweg


Aus Sicht des VDB ist es besonders erfreulich, dass sich mit der Bürgerallianz nun ein breites gesellschaftliches Bündnis aus dem Freistaat in die waffenrechtliche Diskussion einbringt – dem Bundesland, in dem Bundesinnenminister Alexander Dobrindt seine politische Heimat hat.

Mit dem Bayerischen Jagdverband (BJV) und dem Bayerischen Sportschützenbund (BSSB) gehören der Bürgerallianz auch zwei Verbände an, mit denen sich der VDB bereits über die waffenrechtliche Situation und Möglichkeiten einer stärkeren gemeinsamen Interessenvertretung ausgetauscht hat.

Bereits im Juli diesen Jahres fand ein intensiver Austausch mit dem Geschäftsführer des BSSB statt. Dabei ging es unter anderem um die laufende Evaluierung des Waffenrechts und die Frage, wie die Anliegen der betroffenen Verbände im weiteren politischen Prozess angemessen Berücksichtigung finden können.

Darauf folgte ein konstruktives Gespräch zwischen VDB und BJV, bei dem insbesondere die Bündelung gemeinsamer Interessen von Jägern, Sportschützen, Büchsenmachern und Waffenfachhandel im Fokus stand.

Damit gewinnt der in unseren Gesprächen verfolgte Ansatz, gemeinsame Anliegen über Verbandsgrenzen hinweg voranzubringen, an Bedeutung. Die Bürgerallianz setzt ein wichtiges Zeichen dafür, dass Fragen der Rechtssicherheit, Verhältnismäßigkeit und Entbürokratisierung zahlreiche gesellschaftliche Bereiche betreffen. Als bundesweit aktiver Verband unterstützen wir diesen gemeinsamen Einsatz gerne und setzen uns dafür ein, den Anliegen auch über Bayern hinaus Gehör zu verschaffen.