VDB begleitet deutsche Delegation zur Premiere in Rumänien
Vier deutsche Athleten, anspruchsvolle Stages und intensive Gespräche mit europäischen Partnerverbänden: Bei der ersten EuAPC 2026 war der VDB sportlich und verbandspolitisch vertreten. Die Pilotmeisterschaft setzte einen wichtigen Impuls für die europäische Zusammenarbeit im Airsoftbereich.
Vier deutsche Athleten stellten sich bei der Premiere der European Airsoft Precision Championship (EuAPC 2026) der internationalen Konkurrenz. Vom 23. bis 25. Oktober kamen im rumänischen Alba Iulia 57 Teilnehmer aus sieben europäischen Ländern zusammen, um ein neues gemeinsames Wettkampfformat zu erproben. Als deutscher Mitgliedsverband der European Airsoft Federation (EAF) hatte der VDB die deutsche Delegation organisiert und begleitete die Meisterschaft auch auf Verbandsebene.
Veranstaltet wurde die Meisterschaft von der Romanian Airsoft Federation (FRA) unter dem Dach der European Airsoft Federation (EAF). Neben Deutschland waren die Niederlande, Italien, Frankreich, die Republik Moldau, Rumänien sowie Bosnien und Herzegowina vertreten. Die erste Austragung war bewusst als Pilotmeisterschaft angelegt, um das europäische Wettkampfformat unter realen Bedingungen zu erproben und Erfahrungen für künftige Wettkämpfe im europäischen Raum zu sammeln.
Auftakt mit Training und Eröffnungszeremonie
Bereits der Freitag stand ganz im Zeichen der Vorbereitung. Nach der Akkreditierung der nationalen Delegationen folgte eine technische Besprechung, bei der die organisatorischen und sportlichen Rahmenbedingungen im Mittelpunkt standen.
Am Nachmittag ging es zum offiziellen Training auf das Wettkampfgelände. Den feierlichen Abschluss des ersten Veranstaltungstages bildete die offizielle Eröffnungszeremonie. Dabei hielten EAF-Präsident Alex Leenders und Daniel Filimon, Präsident des rumänischen Verbandes, Begrüßungsreden. Anschließend wurden die Teams der teilnehmenden Länder sowie das Referee-Team einzeln vorgestellt und offiziell zur Meisterschaft willkommen geheißen.
Schon die Wahl des Austragungsortes erwies sich als besonderer Glücksgriff. Die weitläufige historische Festungsanlage bot mit ihren gepflegten Außenbereichen, eindrucksvollen Mauern und abwechslungsreichen Wettkampfflächen eine außergewöhnliche Kulisse. Auch das Wetter spielte der Meisterschaft in die Karten und sorgte für gute Bedingungen während des gesamten Wochenendes.
Zwei Wettkampftage mit anspruchsvollen Disziplinen
Am Samstag begann der sportliche Teil des Wettkampfes. Die Athleten mussten sich in acht unterschiedlichen Stages beweisen. Die einzelnen Aufgaben verlangten den Teilnehmern einiges ab: Neben einer möglichst hohen Trefferwertung spielte auch die benötigte Zeit eine entscheidende Rolle. Gefordert waren somit vor allem Präzision, Geschwindigkeit, Konzentration und ein sicherer Umgang mit der Ausrüstung.
Besonders positiv fiel die Arbeit der Schiedsrichter (Referees) auf. Diese begleiteten die Wettkämpfe professionell, sorgten für einen strukturierten Ablauf und achteten auf die konsequente Einhaltung der Regeln und Sicherheitsvorgaben. Regelverstöße führten zu Punktabzügen. Gerade bei einer erstmals ausgetragenen internationalen Meisterschaft war dies ein wichtiger Beitrag zum Gelingen der Veranstaltung.
Für die vier deutschen Athleten reichte es am Ende leider nicht für eine Medaille. Zwei Athleten mussten am Sonntag aus persönlichen Gründen vorzeiitig abreisen und konnten dadurch keine weiteren Wertungspunkte sammeln. Die Teilnahme bot dennoch die Möglichkeit, sich erstmals unter einheitlichen europäischen Wettkampfbedingungen mit Athleten anderer Nationen zu messen, Erfahrungen zu sammeln und wertvolle Erkenntnisse für künftige Wettbewerbe mitzunehmen.
Die vollständigen Ergebnisse und Platzierungen sind im offiziellen Ranking der European Airsoft Federation (EAF) einsehbar.
Wettbewerb und europäische Zusammenarbeit
Auch abseits der Wettkampfflächen war der VDB aktiv. Bereits im Vorfeld hatte der Verband die Teilnahme der deutschen Delegation vorbereitet und organisatorisch koordiniert. Verantwortlich dafür war Moritz Laudan, VDB-Interessenvertreter und Leiter des Fachausschusses Airsoft & Paintball, der die vier Athleten auch während der Meisterschaft vor Ort begleitete.
Darüber hinaus nutzte der VDB die Veranstaltung, um seine Kontakte innerhalb der European Airsoft Federation weiter auszubauen. In zahlreichen Gesprächen mit den Präsidenten der vertretenen nationalen Airsoftverbände sowie weiteren Delegationsvertretern wurden bestehende Beziehungen vertieft und Perspektiven für die künftige Zusammenarbeit erörtert. Dabei ging der Blick auch über die aktuelle Meisterschaft hinaus: Mit CQB, Speedsoft und MilSim standen weitere Disziplinen und Spielformen im Mittelpunkt, für die gemeinsame europäische Wettkampfformate entwickelt werden könnten. Die durchweg positiven Gespräche zeigten, dass auf europäischer Ebene großes Interesse daran besteht, die Zusammenarbeit zu intensivieren und Airsoft gemeinsam weiterzuentwickeln.
Eine besonders gute Gelegenheit für den persönlichen Austausch bot das Get-together am Samstagabend. In entspannter Atmosphäre konnten die Gespräche fortgesetzt und Kontakte weiter gefestigt werden.
Feierliche Siegerehrung zum Abschluss
Nach den letzten Wettkämpfen am Sonntag fand am Abend die offizielle Siegerehrung statt, bei der die erfolgreichsten Athletinnen und Athleten ausgezeichnet wurden. Darüber hinaus wurden die Sponsoren noch einmal für ihre Unterstützung gewürdigt. Auch der Bürgermeister von Alba Iulia, Gabriel-Codru Pleșa, richtete einige Worte an die Anwesenden und rundete damit den letzten Veranstaltungstag ab.
Fazit für den VDB
Auch wenn die deutschen Athleten ohne Medaille zurückkehrten, zieht der VDB eine äußerst positive Bilanz der ersten EuAPC. Die Meisterschaft hat gezeigt, welches Potenzial in gemeinsamen europäischen Wettbewerben steckt. Gleichzeitig wurden wichtige Erfahrungen gesammelt, die nun in die Weiterentwicklung der Wettkampfregeln, die Vorbereitung künftiger Meisterschaften und die Zusammenarbeit der nationalen Verbände einfließen können.
Welche Fortschritte die Interessenvertretung für Airsoft und Paintball inzwischen gemacht hat, zeigt ein Blick zurück: Am 16. Januar 2024 kam der VDB-Fachausschuss Airsoft & Paintball zu seiner ersten Sitzung zusammen. Nur zwei Jahre und neun Monate später verfügt die deutsche Airsoft-Community mit dem VDB über eine feste Vertretung innerhalb der European Airsoft Federation. Der VDB war an deren Aufbau maßgeblich beteiligt und ist seit dem 1. November 2025 Vollmitglied. Damit können wir unsere Positionen nicht nur mit unseren europäischen Partnerverbänden abstimmen, sondern die Interessen der deutschen Airsoft-Community über die EAF auch in politische Diskussionen auf EU-Ebene in Brüssel einbringen.
Auch auf nationaler Ebene schreitet die Interessenvertretung weiter voran. Mit unseren Antworten auf die Paintball-Fragen im Evaluierungsfragebogen des Bundesinnenministeriums (ab Seite 276) haben wir die Belange der Paintball- und Airsoft-Community unmittelbar in die laufende Evaluierung des Waffenrechts eingebracht. Dabei setzen wir uns insbesondere dafür ein, dass Paintballmarkierer und Airsoftwaffen entsprechend ihrer tatsächlichen Zweckbestimmung als Sport- und Freizeitgeräte behandelt und bestehende waffenrechtliche Regelungen sachgerecht und verhältnismäßig ausgestaltet werden. Die Entwicklungen der vergangenen knapp drei Jahre zeigen, dass es gelungen ist, die Interessen von Airsoft und Paintball sowohl in Deutschland als auch auf europäischer Ebene deutlich stärker zu vertreten.
Die Premiere in Rumänien war damit nicht nur ein sportlicher Meilenstein, sondern auch ein sichtbares Zeichen dafür, was durch kontinuierliche Verbandsarbeit und europäische Zusammenarbeit erreicht werden kann. Diesen Weg wird der VDB gemeinsam mit seinen Partnerverbänden konsequent weiterverfolgen.
Unser besonderer Dank gilt der Romanian Airsoft Federation und der European Airsoft Federation für die gelungene Organisation der Meisterschaft, den Referees für ihre professionelle Arbeit sowie allen beteiligten Delegationen für den offenen und freundschaftlichen Austausch.
Ein ebenso herzlicher Dank gilt unseren vier deutschen Athleten Jan Feulner, Janis Weiss, Joe Weiss und Max Afflerbach. Mit ihrem Engagement, ihrem sportlichen Ehrgeiz und ihrem Einsatz haben sie Deutschland bei dieser ersten Europameisterschaft würdig vertreten. Wir freuen uns, dass sie Teil dieser Premiere waren, und hoffen, sie auch bei künftigen internationalen Wettkämpfen wieder begleiten zu dürfen.