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12.03.2026

Intensive Gespräche mit Innenminister Joachim Herrmann

VDB-Präsidium brachte alle „Pain Points“ auf den Tisch

Foto, von links: Der Schirmherr der IWA OutdoorClassics 2026 und bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) wurde am VDB-Stand begrüßt von Frank Satzinger, Achim Schäfer, Michael Blendinger und Peter Braß. (Fotos © NürnbergMesse / Thomas Geiger).


Der bayerische Innenminister gehört zu den Stammgästen der IWA OutdoorClassics in Nürnberg. Dass der Messebesuch für Joachim Herrmann aber viel mehr als ein Pflichttermin ist, wurde in diesem Jahr sehr deutlich, nicht nur durch die Übernahme der Schirmherrschaft. Der Staatsminister beließ es nicht bei einem Rundgang durch die Hallen, sondern nahm sich viel Zeit für den inhaltlichen Austausch mit seinen Gesprächspartnern.

Und so konnten VDB-Präsident Michael Blendinger und Vizepräsident Frank Satzinger beim exklusiven „Coffee Talk“ bereits erste Themen setzen. In kleiner Runde – mit Peter Ottmann, CEO der NürnbergMesse und ausgewählten Branchenvertretern – sprach unser Präsidium die wichtigsten „Baustellen“ bei der Evaluierung des Waffengesetz an: Die durch nichts legitimierte de facto Mengenbegrenzung von Langwaffen für Jäger, die geplanten psychologischen Tests für WBK-Antragsteller sowie die Idee, den Kleinen Waffenschein als Voraussetzung für den Erwerb und den Besitz von SRS-Waffen zu machen.

Das Land Bayern, so Herrmann, sehe keinen Handlungsbedarf hinsichtlich der Mengenbegrenzungen für Jäger und auch nicht für psychologische Gutachten, da diese immer nur eine Momentaufnahme darstellen und keine signifikante Steigerung der Sicherheit bringen würden. Präsident Blendinger forderte vom Innenminister eine deutliche Intervention bei restriktiver Anwendung von Waffenbehörden in Bayern hinsichtlich Mengenbegrenzungen .

Frank Satzinger sprach die Probleme der Sportschützen an, die sich aus § 14 Abs. 5 WaffG (Überkontingentwaffen) ergeben und kritisierte die Umsetzung dieser Vorgabe durch andere CDU-Innenminister wie etwa Thomas Strobl aus Baden-Württemberg.

Präsident Blendinger vertrat vehement die Interessen des Handels und kritisierte die fehlende Planungssicherheit. Insbesondere im Segment Messer sei es zu einem enormen Umsatzrückgang gekommen. Auch weggebrochene Geschäftsfelder und fehlende Entschädigungsregeln, z. B. für Magazine, führten zur Schwächung der Handelsbranche. Die Magazinregelung aus dem 3. WaffRÄndG müsse dringend überarbeitet werden, so Blendinger.

Herrmann positionierte sich erneut als Gegner von Waffenrechtsverschärfungen, die keinen Sicherheitsgewinn mit sich bringen. Die Vollziehbarkeit von Gesetzen müsse gewährleitet sein. Der Minister zeigte sich darüber informiert, dass Legalwaffenbesitzer kaum Deliktpotenzial haben.

Bei seinem späteren Messe-Rundgang machte der Staatsminister Station bei mehreren VDB-Mitgliedsunternehmen und zeigte reges Interesse an den Messern und Waffen, unter anderem bei Messerfieber und Ferkinghoff (Fotos © NürnbergMesse / Thomas Geiger).

Traditionell empfing ihn das Gesamtpräsidium an unserem VDB-Stand in Halle 1 zum Gespräch.
Herrmann sprach sich gegen ein generelles Verbot von Feuerwerk aus, da er die Ermächtigung der Kommunen, Verbotszonen auszuweisen, für ausreichend hält.
Satzinger wies darauf hin, dass es bereits jetzt verboten sei, mit SRS-Waffen – auch an Silvester – Pyrotechnik zu verschießen, dass Verstöße jedoch meist hingenommen und nicht geahndet werden. So wie in Berlin, wo in der Silvesternacht 2022/23 mehr als 400 solcher Straftaten erfasst wurden. Ein Verfahren wurde aber in nur rund 200 Fällen eingeleitet und davon mehr als die Hälfte eingestellt. 

Am Ende des Treffens übergaben wir dem Minister unser Dossier „Waffenrecht auf dem Prüfstand“ und die 24-seitige Stellungnahme des VDB zur Evaluierung des Waffenrechts.

VDB-Präsident Michael Blendinger forderte den bayerischen Innenminister auf, den freiheitlichen Ansatz Bayerns als einflussreiches Bundesland auch von den anderen Ländern einzufordern. „Der VDB nutzt immer wieder gerne die Gelegenheit zum fachlichen Austausch mit Staatsminister Joachim Herrmann. Der bayerische Innenminister zeichnet sich durch erfreulichen Pragmatismus in dem sensiblen Themenbereich Waffenrecht aus und steht möglichen Verschärfungen durchaus kritisch gegenüber“, so Blendinger.