zurück zur Übersicht

06.10.2025

Der VDB in Brüssel: Gespräche mit Vertretern der europäischen Institutionen

Austausch mit dem Waffenrechts-Referat der EU-Kommission und Abgeordneten des EU-Parlaments

In der vergangenen Woche war unser VDB-Interessenvertreter Peter Braß, begleitet von unserem Politikberater Peter Husen, zu verschiedenen politischen Gesprächen in der europäischen „Hauptstadt“. Dabei standen die europäischen Gesetze und Debatten im Vordergrund, die sich mit dem Waffenrecht befassen.

Wie wir bereits im Sommer berichteten, bildet das europäische Feuerwaffenrecht auch den Rahmen für die nationale Gesetzgebung, die für unsere Mitgliedsunternehmen, unsere Fördermitglieder und auch für Jäger und Sportschützen von großer Bedeutung ist. In Brüssel hatten wir aus diesem Grund Meetings mit den federführenden Institutionen, der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament.

Im Austausch mit dem für das Waffenrecht zuständigen Referat der Kommission konnten wir in Erfahrung bringen, dass Anfang 2026 eine eigenständige Richtlinie zur Bekämpfung des illegalen Handels mit Schusswaffen vorgelegt wird. Darin wird es um die Harmonisierung von Strafen und um die Einbeziehung „neuer“ Straftatbestände, wie z. B. der Herstellung mit 3D-Druckern gehen. Hier ist unsere Position klar: Wir unterstützen die Bekämpfung krimineller Handlungen, lehnen aber mehr Bürokratie für unsere Mitglieder ab, wenn sie keinen Sinn ergeben und keinen zusätzlichen Sicherheitsgewinn bringen. 

Auch wurde uns mitgeteilt, dass die Kommission im kommenden Jahr eine umfassende Evaluierung der bestehenden Feuerwaffenrichtlinie plant. Hier sind verschiedene Beteiligungsformate in der Planung. In Sachen „Evaluierung“ sind wir ja schon aus den deutschen Debatten gestählt und werden uns auch in Brüssel mit unserer Expertise einbringen.

Im Parlament hatten wir die Gelegenheit zu Gesprächen mit gleich drei stellvertretenden Vorsitzenden von Ausschüssen, die auch für das Waffenrecht zuständig sind. Der CSU-Europaabgeordnete Christian Doleschal betreut den Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz. Stellvertretende Vorsitzende des Rechtsausschusses ist die Thüringer CDU-Abgeordnete Marion Walsmann und der schwedische Abgeordnete Charlie Weimers wirkt im Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres federführend mit. In diesen Gesprächen war es unser zentrales Anliegen, die Abgeordneten für die jetzt anstehenden politischen Vorhaben im kommenden Jahr zu sensibilisieren und uns und den europäischen Dachverband AECAC als verlässlichen Partner der Politik zu etablieren.

Denn gerade auch bei der politischen Interessenvertretung gilt: Make friends before you need them!

Und um genau solche „Freunde“ zu gewinnen, sind auch die verschiedenen politischen Veranstaltungen nützlich, die der VDB in Brüssel besuchte. Ob bei der Mitgliederversammlung des Europäischen Jagdverbandes FACE, der Vorstellung einer Jagd-Studie im Europa-Parlament oder beim Wirtschaftsgipfel in der Landesvertretung Baden-Württemberg. Der VDB zeigt Präsenz!

„Mit der neuen Richtlinie gegen den illegalen Handel, der großangelegten Evaluation der Feuerwaffenrichtlinie, aber auch mit vermeintlich technischen Themen wie dem Aufbau eines elektronischen Lizensierungssystems für den grenzüberschreitenden Handel gibt es eine Vielzahl von Themen, die 2026 wichtig werden. Wir wollen hier von Beginn an mitreden“, erläutert Peter Braß den Hintergrund der Reise nach Brüssel.



Unsere Fotos zeigen (von oben nach unten): Christian Doleschal, Marion Walsmann und Charlie Weimers, jeweils umrahmt von Peter Braß und Peter Husen.